Das Theaterstück der Klasse 3d "Kleiner Pelz"
 
 
 
 
 
 

Kleiner Pelz

nach dem Kinderbuch von Irina Korschunow

Musik: komponiert und getextet von Gerold Kunz, GHS Rheinhausen


 
 

1. Bild: -Personen: Erzähler, Kleiner Pelz, Brunopelz-

Kleiner Pelz hockt missmutig vor dem Haus, Brunopelz sitzt im Möbelwagen, hält einen Ball in der Hand.

Erzähler:

Es war ein schöner, sonniger Tag. Im Wald wurden die Himbeeren rot und die jungen Vögel flogen aus den Nestern, um sich von nun an ihr Futter selbst zu suchen. –

Ein Tag zum Freuen. Nur Kleiner Pelz war sehr traurig.

Kleiner Pelz hieß eigentlich Kalle Pelz, aber seine Mutter hatte ihn von Anfang an Kleiner Pelz genannt, weil er so weich und wuschelig war, und diesen Namen hatte er behalten. Alle, die ihn kannten sagten Kleiner Pelz zu ihm: Die Nachbarn. Die Brümmeltante. Und Brunopelz auch.
 
 

Kleiner Pelz: „Bleib doch hier!“

Brunopelz: „Wie denn?“

Kl. Pelz: Lass mich nicht allein!

(Der Möbelwagen fährt fort)

Br.: Auf Wiedersehn, Kleiner Pelz, hier mein Ball, den schenk ich dir.

Br. wirft den Ball, Kl. Pelz fängt ihn auf.

Kl. Pelz: Brunopelz! (schaut dem Möbelwagen hinterher) Nun bin ich ganz allein!

Kl. Pelz geht umher, verliert seine Kappe, trottet langsam fort

2. Bild – Personen: Kl. Pelz, Mutter, Brümmeltante, Erzähler-
 

Br.Tante: „Wieder so spät, Kleiner Pelz, Wie sieht deine Hose nur aus! Wo ist deine neue Kappe, alles verlierst du, schrecklich! 

(Brümmeltante geht ab) 

Kl. Pelz: Die Brümmeltante soll wegfahren, immer schimpft sie mit mir, ich mag nicht, dass sie uns besucht.

Mutter: (tröstend) „Sie meint es nicht böse. Und du kommst wirklich sehr spät. Und auf seine Sachen muss man auch besser aufpassen. Jeden Tag etwas verlieren, das geht doch nicht.“

Kl. Pelz: Brunopelz ist fort!

(Tisch, Stühle, Bett) 

Brümmeltante wartet ungeduldig. Kl. Pelz steht vor der Tante.

(Die Mutter nimmt Kl. Pelz in die Arme und krault ihn) 

Mutter: Sei nicht traurig, Kleiner Pelz. Soll ich dir ein Lied singen? Wirst sehen, dann geht es dir bestimmt wieder besser.


 

Kleiner Pelz legt sich ins Bett, Mutter streichelt ihn

Erzähler: Die Mutter erzählte ihm fast jeden Abend etwas. Von den Nebelhexen und den Gluckergeistern, den Höhlenmoffeln und dem Nöck, der tief unten im schwarzen Topf wohnte. Dann fürchtete sich Kleiner Pelz manchmal ein bisschen. Aber vor den Elfen, die durchsichtig waren und Flügel hatten, brauchte man keine Angst zu haben.

Kl.Pelz: Was tun die Elfen den ganzen Tag?

Mutter: Das weißt du doch. Sie fliegen. Sie fliegen über Wälder und Wiesen und Flüsse, und wo es ihnen gefällt, können sie bleiben.

Kl. Pelz: Ich möchte auch fliegen.

Mutter: Wir sind nicht durchsichtig und haben keine Flügel. Wir können nicht fliegen.

Kl. Pelz: Ich möchte es aber so gern. Ich möchte die Bäume von oben sehen und den Fluss und unser Haus. Und Brunopelz suchen.

Mutter: Schlaf lieber.

Lied: KLEINER PELZ KOMM HER ZU MIR

3. Bild -Personen: Brümmeltante, Mutter, Kl. Pelz-

(Brümmeltante und Mutter am Tisch, Kleiner Pelz kommt dazu, immer noch traurig.)


 
 

Kl.Pelz: „Morgen“

Brümmeltante: Guten Morgen heißt das! Hast du dir die Ohren gewaschen?

Kl. Pelz: Nein!

Brümmeltante: Dann wasch sie dir! Die Ohren muss man sich jeden Tag waschen, sonst hört man schlecht.

Kl.Pelz: Ich habe mir schon seit drei Tagen die Ohren nicht gewaschen und ich kann sehr gut hören.

(Brümmeltante brümmelt vor sich hin, Mutter holt einen Lappen und wäscht Kleinem Pelz die Ohren.)

Brümmeltante: Jetzt iss dein Honigbrot, sonst wächst du nicht und wirst nie so groß wie ich.

(Kleiner Pelz sitzt wütend am Tisch und schiebt das Brot weg)

Kl.Pelz: Ich will mich überhaupt nicht waschen, und ich will keine große böse Brümmeltante werden!

(Brümmeltante plustert sich auf)

Lied: BRÜMMELTANTES SCHIMPFLIED

Mutter: Du bist wirklich sehr ungezogen. Ich mag dich gar nicht mehr kraulen!

Kl. Pelz: Brauchst du auch nicht.

(Kleiner Pelz nimmt seinen roten Ball und verlässt das Haus.)

4. Bild – Personen: Kl. Pelz, viele Blumen, grünes Tor, Elfe, Erzähler -

Kleiner Pelz sitzt vor Brunopelz‘ Haus. Abseits der schwarze Topf.

Kl. Pelz: Ich zähle bis fünf. Vielleicht ist Brunopelz dann wieder da.

(Kleiner Pelz zählt laut bis 5)

(Wandert umher und setzt sich.)

Grünes Tor, Blumen auf die Bühne. Kleiner Pelz steht auf und sieht verwundert das große grüne Tor, geht hindurch, schaut erstaunt umher)

TANZ DER BLUMEN (instrumental)

Tanz der Blumen

Erzähler: Kleiner Pelz wunderte sich. Er kannte jede Lichtung im Wald, jeden Baum. Aber diese Wiese war ihm noch nie aufgefallen. Ein süßer Duft kam ihm entgegen. Er roch an den Blumen. Sie rochen wie Honig. Kleiner Pelz fuhr mit der Zunge über die Blüten. Sie schmeckten wie Honig. Honigblumen. Beinahe hätte er für die Mutter einen Blumenstrauß gepflückt. Aber die Mutter wollte ihn nicht mehr kraulen. Und die Brümmeltante sollte sich erst recht nicht über die Honigblumen freuen. Kleiner Pelz ließ die Blumen stehen, kam zu einem Weiher mit schwarzem Wasser, an dem er nicht bleiben mochte. Plötzlich sah er eine Elfe, sie saß am Weiher und weinte.

Kleiner Pelz wusste sofort, dass es eine Elfe war, weil sie Flügel hatte.

Kl. Pelz: Tag Elfe!

Elfe: Wer bist du?

Kl.Pelz: Kleiner Pelz- eigentlich Kallepelz- Aber Kleiner Pelz mag ich lieber.

Elfe: Und wo kommst du her?

Kl.Pelz: Von da hinten- durch das Tor. (Zeigt mit dem Daumen zu der Honigblumenwiese)

Elfe (ganz erstaunt) : Durch das Tor? Du hast das grüne Tor gefunden?

Kl.Pelz: Warum hast du nur einen Flügel?

Elfe: Der Nöck hat mir den anderen gestohlen. Der böse Nöck, als er mich in seinen schwarzen Topf ziehen wollte. Und nun kann ich nicht mehr fliegen. Niemals mehr!

(Elfe sinkt zusammen und weint, Kleiner Pelz möchte sie trösten, zögert aber)

Elfe: Jetzt weiß ich, warum du das grüne Tor gefunden hast. Du sollst mir helfen.

Kl. Pelz: Ich?!

Elfe: Ja, du! Geh zum Nöck und hole meinen Flügel!

Kl. Pelz: Das kann ich nicht. Da musst du dir einen Großen und Starken suchen.

(Die Elfe nimmt seine Hand)

Elfe: Hilf mir Kleiner Pelz. Sonst kann ich nie mehr fliegen und fliegen ist das Schönste auf der Welt.

Kl. Pelz: Ich möchte auch gern fliegen.

Elfe: Geh zum Nöck und hole meinen Flügel. Wenn ich meine zwei Flügel wiederhabe, borge ich sie dir. Dann kannst du fliegen, immer weiter mit dem Wind, so weit du willst. Geh zum Nöck!

Kl. Pelz: Aber ich kenn ihn ja gar nicht, und der Nöck kennt mich auch nicht.

Elfe: Es gibt einen Nöckspruch:

Nöcknöcknöck im Wasserreich,

Nöcknöcknöck im nassen Teich,

Nöcknöcknöck im schwarzen Topf,

zeig mir deinen grünen Schopf. - Sollst sehen, wenn du ihn damit rufst, kommt er.

Kl. Pelz: Hast du den Spruch schon einmal ausprobiert?

Elfe: Nein, wir Elfen fürchten uns vor dem Nöck. Keine Elfe wagt es, ihn zu rufen.

Kl. Pelz: Erst muss ich nach Hause, sonnst brümmelt die Brümmeltante wieder. Und später wollen wir Himbeeren pflücken. Aber morgen komme ich vielleicht wieder.

Elfe: Versprichst du es mir? Und erzähle keinem, dass du hier warst. Wenn du es verrätst, findest du das grüne Tor nicht wieder. Dann behält der Nöck meinen Flügel und du kannst niemals fliegen!

(Elfe und Kleiner Pelz winken sich zu und verlassen die Bühne)

5. Bild – Personen: Kl. Pelz, Elfe, Nöck, Erzähler -

(gleiche Bühne)

Erzähler: Am nächsten Tag nahm Kleiner Pelz seinen Ball und lief zu dem grünen Tor. Niemandem hatte er verraten, was er erlebt hatte. Die Honigblumen dufteten und zwischen ihnen wartete die Elfe.

Elfe: Wir müssen uns beeilen, noch scheint die Sonne auf den schwarzen Topf. Wenn der Schatten darüber fällt, schläft der Nöck und hört dich nicht.

(Elfe zieht Kl. Pelz zum schwarzen Topf)

Elfe: (flüstert) Das ist der schwarze Topf. Hier wohnt er, der Nöck. Hast du den Spruch behalten?

(Kleiner Pelz nickt)

Kl. Pelz: Bleib hier, ich habe Angst!

Elfe: Bring mir meinen Flügel, dann kannst du fliegen wohin du willst!

(Elfe verlässt die Bühne)

Kl. Pelz: (flüstert): Nöck. – Nöck lauter:

Nöcknöcknöck im Wasserreich,

Nöcknöcknöck im nassen Teich,

Nöcknöcknöck im schwarzen Topf,

zeig mir deinen grünen Schopf.

(Nöck blubbert und erscheint langsam, klettert aus dem schwarzen Topf)

Lied: NÖCK, NÖCK, NÖCK IM WASSERREICH
 

Kl. Pelz: Ich heiße Kleiner Pelz. Die Elfe schickt mich. Ich soll den Flügel holen, den du ihr gestohlen hast. 

Nöck. Gestohlen? Diese dumme Elfe! Ich wollte ihren Flügel nicht stehlen, wollte sie nur festhalten und ein bisschen mit ihr reden. Warum ist sie weggelaufen?

Kl. Pelz: Die Elfen fürchten sich vor dir.

Nöck: Aber ich will den Elfen doch nichts Böses tun. Ich möchte nur mit ihnen am Ufer sitzen und reden und nicht mehr so allein sein. Warum glaubt mir das keiner?

(Nöck sitzt traurig da, Kl. Pelz möchte ihn gern trösten, hat aber ein bisschen Angst) 

Kl. Pelz: Ich bin auch so allein. Darum brauche ich den Flügel. Wenn ich der Elfe den Flügel bringe, darf ich fliegen. Bitte, Nöck, gib mir den Flügel.

Nöck: Fliegen? (Nöck schüttelt den Kopf) Warum willst du fliegen. Ich kann auch nicht fliegen. Ich gehöre ins Wasser, die Elfen in die Luft, du in den Wald.

Kl. Pelz: Ich muss Brunopelz suchen. Ich habe keinen Freund mehr. Brümmeltante schimpft immer nur mit mir und meine Mama ist mir auch böse und mag mich nicht mehr kraulen. 


 

Nöck: Armer Kleiner Pelz. Du bist allein, ich bin allein. Willst du nicht zu mir kommen, in den schwarzen Topf?

(Kleiner Pelz lässt vor Schreck den Ball fallen)

Kl. Pelz: Nein, Nöck, nein. Das Wasser ist so nass. Ich mag kein Wasser, das wissen alle.

Nöck: Hast du etwa Angst vor mir?

Kl. Pelz: Im Wasser kann ich nicht atmen. Und ich gehöre doch in den Wald, das hast du selbst gesagt. Sei nicht traurig, Nöck. Ich komm bald wieder, dann bist du nicht mehr so allein.

(Nöck streichelt Kl. Pelz mit seiner Hand übers Gesicht.)

Nöck: Das freut mich sehr, hier, nimm den Flügel für die Elfe mit und sag ihr, dass ich nur mit ihr reden möchte, ich wollte ihr nicht wehtun.

(Kleiner Pelz winkt dem Nöck zu. Elfe sitzt seitlich und wartet auf Kl. Pelz.)

Kl. Pelz: Schau mal, Elfe, was ich hier habe. Der Nöck ist lieb, besuch ihn doch mal, dann ist er nicht so allein.

Elfe: O, ich danke dir. Nun kann ich wieder fliegen. - Und der Nöck hat dir nichts getan? Meinst du, ich soll es wagen und den Nöck besuchen?

Kl. Pelz: Ja, mach das. Der Nöck ist nicht böse, er ist nur traurig und allein. Du musst ihn rufen, dann freut er sich. - Wann darf ich nun fliegen?

Elfe: Fliegen muss man, wenn die Sonne scheint. Heute ist es schon zu spät. Beim nächsten Mal ganz bestimmt, aber vergiss nicht, du darfst niemandem verraten, was du vorhast, sonst geht dein Wunsch nicht in Erfüllung.

Kl. Pelz: Das vergesse ich bestimmt nicht. Also, bis bald kleine Elfe und viel Spaß beim Fliegen.

Elfe: Adieu, Kleiner Pelz!

(Elfe und Kleiner Pelz verlassen winkend die Bühne.)

6. Bild –Personen: Kl. Pelz, Konnipelz, Erzähler, zum Schluss alle Darsteller-

(Konnipelz sitzt vor dem ehemaligen Brunopelz-Haus, Kl. Pelz nähert sich dem Haus)

Kl. Pelz: Nanu, dich hab ich ja noch nie gesehen, wer bist denn du?

Konnipelz: Ich bin Konnipelz und wir sind hier in das Haus gezogen und du?

Kl. Pelz: Ich bin Kleiner Pelz und wohn ganz hier in der Nähe, früher hat hier mein bester Freund Brunopelz gewohnt, aber der musste fortziehen.

(Kl. Pelz wird traurig)
 

Konnipelz: Sei nicht traurig, du kannst ja mit mir spielen, wenn du magst, ich würde mich sehr freuen, dann bin ich nicht so allein. 

Erzähler: Kleiner Pelz war sehr glücklich, dass er so schnell einen neuen Freund gefunden hatte. Gemeinsam durchstöberten sie den Wald. Kleiner Pelz zeigte seinem Freund, wie schön es hier sein konnte. Sie spielten mit dem Ball und vergaßen ihre Traurigkeit. 

Kl.Pelz: Ach herrje, ich muss ja fort!

Konnipelz: Wohin denn?

Kl. Pelz: Das ist ein Geheimnis. Das darf niemand wissen.

Konnipelz: Schade, wo wir doch so gute Freund sind.

Kl. Pelz: Ja, du bist mein Freund, aber wenn ich dir etwas von dem grünen Tor erzähle, finde ich es nie wieder und kann nie mehr fliegen und fliegen ist so schön. –

O. jetzt hab ich mein Geheimnis verraten!

(Kl. Pelz springt auf und sucht das grüne Tor, grünes Tor wird von der Bühne getragen)

Kl. Pelz: Elfe, Elfe, wo bist du!?

(Konnipelz nimmt Kleinen Pelz in den Arm)

Konnipelz: Sei doch nicht traurig, wir sind doch jetzt die besten Freunde und Freunde halten immer zusammen, egal was kommt.

Lied: Ich will dein Freund sein. /Teil2


 
 

(Alle Spieler kommen nach und nach auf die Bühne und singen mit)



Ende und Verbeugung


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Bestellung der Video CD (Lieder und Tanz zum Theaterstück)

© July 2001